Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Interessierte,

mit diesem Blog wollen wir als Gewerkschaft ver.di euch / Sie über aktuelle Vorgänge beim Elektrohändler Alpha Tecc in Forchheim transparent und schnell informieren und euch / Ihnen Gelegenheit geben, sich zu äußern.Wir haben uns für diese Informationsverbreitung aus unterschiedlichen Gründen entschieden: Zum einen seid ihr / sind Sie so nicht mehr auf Gerüchte angewiesen, die ja alltäglich aufkommen, zum anderen kommen über diesen Kanal Informationen aus erster Hand blitzschnell zu Euch / Ihnen nach Hause.Wir werden unser Bestes geben, so aktuell wie möglich, und so ausführlich wie nötig zu informieren. Gerne könnt ihr Euch / können Sie sich durch Kommentare einbringen. Zensur wird unsererseits bei Einträgen ausgeübt, die offensichtliich unfair sind, klar die Unwahrheit verbreiten oder ins Niveaulose abgleiten.Wir wünschen uns und euch / Ihnen viel Spaß beim Lesen und Schreiben und Kommentieren.



Euer / Ihr ver.di-Infoblog-Team



Freitag, 23. Dezember 2016

Nach dem Rauswurf am letzten Arbeitstag im Alphatecc kam der Protest


Am letzten Arbeitstag, 20.12.16 gab es für die Beschäftigten im Alphatecc Forchheim noch einmal die volle Breitseite:

Um 13:30 Uhr wurde die Belegschaft durch den Vertriebsleiter und Insolvenzverwalter Herrn Seebach zu einer Mitarbeiterversammlung gerufen.
Eine erdrückende Stille in Erwartung auf die letzte Ansage durch Hr. Seebach, hier ein Auszug:


 "Ab heute seid ihr bis auf Weiteres bezahlt freigestellt, ihr dürft jetzt nach Hause gehen."
 "Gebt eure Spindschlüssel und euren Transponder im ML-Büro ab."

" Nichts desto trotz, stehen Herr Müller und ich euch in den nächsten Wochen weiterhin  zur Verfügung, wenn irgendwas sein sollte, die Handynummern sind bekannt."


 "Wenn jemand uns anrufen möchte und sagt: "ich habe einen neuen Job gefunden Herr Seebach, was können wir da tun?" Da könnt ihr gerne auf uns zukommen."

"Wir werden uns im Laufe - wahrscheinlich Mitte Januar - dann mal melden, wie´s  gegebenenfalls weitergeht."


Auf die Fragen der KollegINNEN, wie denn dieser Meldekontakt umgesetzt wird und was hier den Mitarbeitern inhaltlich gemeldet werden wird, antwortete Herr Seebach:
"Wenn wir uns melden, dann gibt´s von der Koordination ein Briefchen, das werdet ihr dann sehen wenn es soweit ist. Die Verhandlungen laufen ja im Hintergrund mit dem BR und der GF weiter."

Auf die Frage der KollegINNEN:"Bis wann sind denn die Mitarbeiter bezahlt freigestellt?" 
Antwort Hr. Seebach: "Ich habe gesagt, es sind alle freigestellt und wir melden uns Mitte Januar, mehr gibts dazu nicht zu sagen! Gebt eure Transponder im Marktleiterbüro ab!"


Rhetorik Note 6!



Fazit: 
Die MitarbeiterInnen bekamen weder konkrete Antworten noch ein Dankeschön für ihre langjährige Arbeit im Alphatecc .... und Tschüss.



Umso mehr bedarf es nun einer Mitarbeiter-Protestaktion am darauffolgenden Tag gegen Mittag in der Globus-Shoppingmall, denn von einem verantwortungslosen Arbeitgeber ohne Skrupel, hatte man nun nichts mehr zu erwarten nach diesem Trauerspiel.


Und siehe da, aus einer Protestaktion entwickelte sich ein Protest:






Fränkischer Tag 22.12.2016


Ihr Kunden oh kommet... ein Lied schallt durch die Mall:

Die Weihnachts-Elfen aus der Kreativ-Werstatt









NN 22.12.2016


.....die ersten Leserkommentare:





Leserbrief Fränkischer Tag vom 28.12.16


Im Einzelhandel gibt es kaum Vollzeitstellen zu besetzen, so die Aussage der Arbeitsagentur.

Prekäre Arbeitsverhältnisse, Minijobs und Teilzeitstellen zu unregelmäßigen Arbeitszeiten und Mindestlohn - die Zukunftsperspektive für Beschäftigte im Einzelhandel. 
Armut und Altersarmut lautet die Prognose!

Nicht mit uns! Wir kämpfen für die Weiterbeschäftigung im Globus-Konzern mit Bestandsschutz der noch bestehenden Arbeitsverhältnisse.
Neue Marktleiter werden nach Schließung von Betrieben weiter beschäftigt und sogar befördert, trotz der schlechten Umsatzentwicklung, trotz der schlechten Ergebnisse und trotz der kurzen Betriebszugehörigkeit!

Wir fordern gleiches Recht für ALLE! Oder sind Mitarbeiter, das wertvollste und wichtigste Kapital in einem Unternehmen, weniger wert?


Wir haben einen langen Atem, jetzt erst RECHT!


        "Was ist schon ein Tropfen?!", sagte der Stein. "Warten wir´s ab!", sagte das Wasser.


"Im Globus ist die Welt nicht mehr in Ordnung"








Samstag, 17. Dezember 2016

"The last Day"

.......der letzte Verkaufstag ist heute herangerückt. Nach Torschschluss um 18 Uhr wird der Schandfleck "Alphatecc" nun endlich durch eine große Holzwand für die vielen Weihnachts-Einkäufer im Globus unkenntlich gemacht.
Engagiert bastelten hierfür in den letzten Tagen die fleißigen Haustechniker-Burschen vom Globus-SBW eine Wand, um den Schandfleck im umsatzstärksten Monat zu beseitigen und den Kunden nichts mehr an einen Elektrofachmarkt erinnern zu lassen. 

Seit Wochen schlenderten die Kunden durch leere Regale im Alphatecc, eine Peinlichkeit für die Kunden und eine Farce für die tapferen Mitarbeiter die sich den vielen Fragen der Kundschaft stellen und ausharren mussten.

So schaut´s aus:














Schluss:

Nur einer hat gut Lachen - der Insolvenzverwalter



Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht unsichtbar, auch nicht durch eine Wand!

Wir kämpfen solange, bis eine sozialverträgliche Lösung und ein angemessener Nachteilsausgleich für den Verlust der Arbeitsplätze gefunden wurde!

Herr Bruch und Herr Huwer verlieren sie nicht ihr Gesicht! Hier geht es um Menschen und nicht um Zahlen! MitarbeiterINNEN die Ihnen 16 Jahre lang die Treue gehalten haben!

Wir wünschen allen ein frohes und "besinnliches" Weihnachtsfest!



Zwölf kleine Alphatecc´s, die wurden Herrn Bruch ein Graus, drum fangen wir langsam leise an und hauen alle raus 

12 klein, 11 klein, 10 klein, 9 klein, 8 klein, 7 klein, 6 klein, 5 klein, 4 klein, 3 klein, 2 klein, 1 kleine Alphatecc´s ….........



Samstag, 22. Oktober 2016

Verkaufsoffener Sonntag im Globus am 06.11.16

Nordbayerische Nachrichten, 08. November 2016







































Mit einer langen Reihe von nebeneinander geparkten Autos auf dem Globus-Parkplatz bekundeten heute die MitarbeiterInnen vom Alphatecc Elektrofachmarkt Forchheim ihren Protest und die Forderungen gegen die zu erwartende Schließung zum 31.12.16.

Während Globus SBW feierlich zum Höhepunkt seines  GLOBILÄUM´s steuert, müssen alle Kolleginnen und Kollegen im Tochterbetrieb Alphatecc pünktlich zum Jahresende den Weg in die Arbeitslosigkeit und in die Armut gehen!

Wir sind entsetzt über das Verhalten der Globus SBW-Geschäftsleiterin Frau Graf und ihren Mitarbeitern gegenüber den Noch-Beschäftigten vom Alphatecc Elektrofachmarkt im Kampf um ihren Arbeitsplatz am heutigen Tage, welches mit einem Polizeieinsatz und ausgesprochenen Hausverboten einherging!

Wir werden das nicht hinnehmen! Es wird lauter im Globus!













Samstag, 18. Juni 2016

Presseberichte in der Tagespresse Nordbayerische Nachrichten aber auch beim Elekronikhändler EXPERT von nebenan, läuft nicht alles rund!


Die Geschäftsführung schaltet einen Pressebericht in den Nordbayerischen Nachrichten am 12.05.16 hier zum Link: Streit bei Alphatecc



Öffentlich wird hier von der Personalleiterin Frau Göritz an die Kundschaft und an die Belegschaft verkündet: "Der Alphatecc Forchheim sei ein "Verlustbringer"!

Was will man mit diesem Auftritt signalisieren und wie wird sich diese Botschaft auf die zukünftige Kaufkraft der Kundschaft auswirken, wenn man seitens der Geschäftsführung den eigenen Betrieb in der Zeitung negativ darstellt? Plant man diesen Verlustbringer zu schließen und hierfür die Mitarbeiter, selbstverständlich den Betriebsrat und die Gewerkschaft vors Loch zu schieben, um nicht ganz so versagend in aller Öffentlichkeit dazustehen, weil man es nach so vielen Jahren händeringend immer noch nicht hinbekommen hat, aus dem Verlustbringer einen Gewinnbringer zu machen?


Hofft die Geschäftsführung mit diesem strategischen Schachzug in aller Öffentlichkeit ihr Gesicht nicht zu verlieren?


Zieht sich die Geschäftsführung weiterhin aus der Verantwortung und benutzt den Betriebsrat und den Mitarbeiter als Sündenbock?


"Weder der Betriebsrat noch der Mitarbeiter ist für die Schieflage eines Unternehmens verantwortlich -  sondern der Manager" (E. Huwer)




hier zum Link: "Betriebsrat und Geschäftsführung vor Gericht


Presseartikel vom 25. Mai:


Auch bei dem Elektronikhändler "EXPERT" nebenan, gehts aktuell "unschön" zur Sache! 

Hier wurde der erst neu gegründete Betriebsrat geschasst. Deutschlandweit gibt es nur 2 Filialen bei EXPERT die einen Betriebsrat haben. 


Seit Anfang der Woche kämpft die Gewerkschaft Verdi dort mit Gegenmaßnahmen wie z.B. einer Unterschriftenaktion vor dem Ladengeschäft gegen die fristlose Kündigung der beiden Betriebsräte. Weitere Maßnahmen werden folgen.

Bildergebnis für Expert Forchheim
Pressebericht  Linkhttp://www.infranken.de/regional/forchheim/Expert-Betriebsklima-in-Forchheim-kippt;art216,1948735

Das hätte man sich sparen können, kein Geschäftsleiter und kein Betrieb braucht diesen Medienrummel! Nicht gut für das Geschäft! Erst Denken dann Handeln!




Warum fürchten Arbeitgeber Betriebsräte so sehr in Deutschland?

Warum beteiligen sich Mitarbeiter daran, die Geschäftsleitung dabei zu unterstützen, die eigens gewählten Interessenvertreter wieder los zu werden und Mitbestimmungsstrukturen zu zerschlagen?

In wirtschaftlichen Schwierigkeiten fällt vielen Geschäftsleitungen nichts ein als phantasieloses Kostensenken. Wenn Betriebsräte das nicht mitmachen wollen, werden sie unter Druck gesetzt und zur Not auch persönlich schikaniert. 


Miese Arbeitsbedingungen, Dumpinglöhne und mitbestimmungsfeindliche Unternehmenskulturen sind in der Branche (Einzelhandel) weit verbreitet und werden geduldet. Denn Betriebsrats-Mobbing gilt hierzulande als gesellschaftsfähig. Eine ganze Riege von Rechtsanwälten hat sich darauf spezialisiert, die Zerschlagung von Beschäftigtenvertretungen juristisch wasserdicht zu machen.
Betriebsratswahlen müssen geradezu konspirativ vorbereitet werden (so auch geschehen im Alphatecc Forchheim), damit die Wahlvorstände und KandidatInnen nicht durch vorzeitige Enttarnung in die Schusslinie einer aggressiven Geschäftsleitung geraten, noch bevor der besondere Kündigungsschutz greift.


Betriebliche Mitbestimmung lebt vom Engagement der Beschäftigten, Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt stehen hoch im Kurs einer Politik, die hofft, mit Ehrenamtlichen den Kahlschlag des Sozialstaates abpuffern zu können. Doch die größte Gruppe sind nicht die Kirchengemeindevorstände, ÜbungsleiterInnen im Sportverein oder die grünen Damen im Krankenhaus, die PolitikerInnen in ihren Sonntagsreden im Kopf haben. Es sind vielmehr zigtausende BR-Mitglieder, die trotz des Grundsatzes: "Betriebsratsarbeit ist Arbeitszeit", einen Gutteil ihrer Freizeit in ihre verantwortungsvolle Aufgabe investieren. Die sich in betrieblichen Konflikten vor ihre Kolleginnen und Kollegen stellen und dabei bisweilen ihre eigene berufliche Existenz und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen - siehe Alphatecc, siehe Expert.


Doch im Betrieb ist Ehrenamt nicht gefragt. Hier werden jene "Macher" im Management hofiert, die - ihr eigenes Bankkonto fest im Blick - mit einsamen Entscheidungen und im Vertrauen auf das Funktionieren eines blinden, deregulierten Marktes die aktuelle Krise mit verursacht haben. Ihre Ideologie ist auf ganzer Linie gescheitert. "Augen zu und durch" eine Ladenverkleinerung hier, eine Kürzung der Ladenöffnungszeiten dort, Sonntagsöffnungen, ein Abbau der Verkäufer in den Abteilungen, unbändige Waren-Zuteilungen, Ladenhüter und somit Ware nach der der Kunde nicht fragt, neues Führungspersonal auf Vorrat, Finanzierungen und der Verkauf von Zusatzgarantien für den Kunden macht noch keine Zukunft!
Jetzt werden die Ideen und das Engagement genau der Leute gebraucht, die die Herren Manager am liebsten los werden würden.    



PolitikerInnen, die ihr Werben für Ehrenamt und Bürgerschaftliches Engagement ernst meinen, sollten verhindern, dass Betriebsräte für Ihren Einsatz auch noch bestraft werden, und den wichtigsten Garanten für den sozialen Frieden stärkeren Rückhalt verschaffen.


Aber auch Betriebsräte sind nicht wehrlos und gut vernetzt! Hierzu sind alle Gremien der Region eingeladen, meldet Euch schnellstmöglich hier: 




Hier wird dir geholfen, absolut empfehlenswert:

zum LinkArbeitnehmerrechte in Gefahr, wehr dich!

Wir können diesen Verein bestens empfehlen, da wir schon persönlichen Kontakt auf einer BR-Jahreskonferenz zu dem Thema: "Wenn der Betriebsrat vom Arbeitgeber bekämpft wird", hatten. 
Wir durften hierbei die Möglichkeit nutzen ein Referat abzuhalten, um Betroffenen und Betriebsräten Mut zu machen und beratend zur Seite zu stehen. Hierzu nochmals unseren Dank an die Initiatoren der Veranstaltung!



Freitag, 11. Dezember 2015

„Es ist die Pflicht des Arbeitgebers, aus Achtsamkeit und Fürsorge für die eigenen Beschäftigten alles zu versuchen, um belastende Faktoren am Arbeitsplatz zu verringern!“

Kranke und krankmachende Führungspolitik

 





Marktleiter und Betriebsräte der Globus Fachmärkte und Alphatecc-Elektrofachmärkte treffen sich an zwei Tagen im Juni 2015 zu einer von der Geschäftsführung einberufenen Tagung zum Thema: „Senkung der Krankenquote“ oder „Erhöhung der Gesundheitsquote“.

Man bespricht hier Maßnahmen zur Senkung der Krankenquote, denn die vielen Fehlzeiten, verursacht durch kranke Mitarbeiter, kommen dem Unternehmer und der Wirtschaft teuer zu stehen!

Die Kosten für die Krankheitstage betragen nach der Statistik 1.200,-- EUR pro Mitarbeiter und Jahr. Der Präsentismus (MA gehen trotz Krankheit auf die Arbeit) ist hierbei noch nicht berücksichtigt, denn damit steigt die Summe auf ca. 2.400,--EUR pro MA und Jahr. Das macht bei 8.000 MA ca. 19 Mill. EUR Kosten durch krankheitsbedingte Fehlzeiten.

Der Globus-Konzern hat hierfür eine Auswahl an verschieden Gegen-Maßnahmen eingeführt:

wie das Setzen einer Raucherentwöhnungsspritze, welche der Arbeitgeber selbstverständlich finanziert, wenn der Sucht-Mitarbeiter nach Injektion der Raucherentwöhnungsspritze immer noch 1 Jahr clean geblieben ist.
Aber auch ein finanziell gefördertes Fitnessprogramm im Sportstudio wird in einigen Märkten für die MA angeboten. Man bemängelt, dass die angebotenen Maßnahmen leider wenig genutzt werden, es fehle hier an Eigenverantwortung und Disziplin: „Mitarbeiter haben hohe BMI-Werte“ (sie sind zu dick) oder einer sehr hohen Arbeitsbelastung ausgeliefert", so habe man herausgefunden.

BEM-Gespräche werden häufig geführt - aber auch das Vorleben von Führungskräften sei enorm wichtig für die Beschäftigten!
Link zu BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement 

Als Raucherentwöhnungszwangsmaßnahme werden nun Rauchverbote ausgesprochen oder in den Baumärkten und HELA-Märkten auf Veranlassung der Geschäftsführung die Raucherräume geschlossen. Einige Betriebsräte haben hier sofort reagiert und 
per „Einstweiliger Verfügung“ beim Arbeitsgericht erfolgreich geklagt, weitere Maßnahmen werden noch folgen.

Die großzügig vom Arbeitgeber finanzierte DARM-Check-Vorsorge für die ab 40-Jährigen nicht zu vergessen:
MA dürfen hier ihren Stuhl (nicht die Sitzvorrichtung) an ein Labor einschicken und vorsorglich überprüfen lassen, wobei diese Methode der Vorsorge als kritisch betrachtet werden muss, wegen der Häufigkeit eines falschen Alarms, was den Betroffenen nun zu weiteren Untersuchungen veranlasst, verbunden mit enormer psychischer Belastung.

Hätte man dieses Geld doch mal lieber dem Mitarbeiter gegeben! Aber man will nicht undankbar sein und über die „neue“ Fürsorge des Arbeitgebers klagen, denn immerhin können sich die wenigsten Mitarbeiter solche gesundheitlichen Maßnahmen zur Prävention überhaupt leisten bei einem durchschnittlichen Einkommen von 1.750 EUR Bruttolohn für Vollzeitkräfte oder einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 EUR/Std. für Aushilfen. Die Schere zwischen der Grundsicherung eines Hartz IV-Empfängers und dem Gehalt eines Globus-Beschäftigten liegt eng beieinander. Die Relation zwischen (unterem) Lohnniveau auf der einen und Fürsorge-Niveau auf der anderen Seite gerät zunehmend in eine Schieflage. Zumal eine 2-Klassenlohnpolitik im Globus seit Austritt aus dem Tarifvertrag betrieben wird, unterschieden nach Mitarbeitern mit Tarif (alter Tarif) und Mitarbeitern ohne Tarif (OT-ler). Dies führt dazu, dass Neueinstellungen zu wesentlich schlechteren Konditionen arbeiten (enorm weniger Gehalt, mehr Arbeitszeit, weniger Urlaube und weniger Gratifikationen oder gar keinen Gratifikationen) als ihre vergleichbaren Kollegen.
(Dies wird in einem weiteren Beitrag näher beleuchtet!)    

„Was wünschen sich die Mitarbeiter“: eine allgemeine Umfrage der Mitarbeiter hat ergeben:


1. einen sicheren Arbeitsplatz
2. Löhne von denen man Leben kann
3. Sinn in ihrer Arbeit
4. Wertschätzung vom Vorgesetzten
5. die Vereinbarkeit der Familie mit dem Beruf und dem Betrieb



Gesundheitsförderliche Führung sind das A und O: und wichtiger denn je, denn ein zufriedener Mitarbeiter ist ein guter und gesunder Mitarbeiter! Im Globus-Konzern legt man den Fokus eher auf Umsatz und eine effiziente und flexible Arbeitszeit. 
Das Motto der Geschäftsführung: „Wem das nicht passt, der kann gehen!"

Wie gestaltet sich gesundheitliche Führung im Alphatecc Forchheim? Nennen wir es eine kranke und krankmachende Führung: 

Wir erinnern: 2012 hat die Geschäftsführung den langjährigen Marktleiter Herrn Schilling nach 17 Betriebsjahren aus dem Unternehmen geschasst, danach durften sich bis dato 4 weitere Marktleiter im Forchheimer Betrieb an den Mitarbeitern austoben. Die Geschäftsführung T. Huwer spricht sogar von dem "Phänomen" der wechselnden Marktleiter.
Von Mitarbeiterführungskompetenzen und sozialen Kompetenzen sind diese Marktleiter (bis auf den Einen) meilenweit entfernt.

Ein kurzer Rückblick:
  • Die erste Betriebsratswahl im Mai 2012 wurde von der Geschäftsführung und der Marktleitung behindert und verhindert, einem Mitarbeiter der auf der Wählerliste zum Aushang stand, sogar gekündigt - ein Straftatbestand gemäß § 119 BetrVG
  • Der zweite Wahl-Versuch ist dann im Juli 2012 mit Hilfe der Verdi-Gewerkschaft geglückt
  • Einem BR-Mitglied wurde sogleich als "Erstmaßnahme" der Lohn gekürzt und das genau am Tag zur Wahl in den BR. Diese Lohnkürzung musste nach einer erfolgreichen Klage vor dem Arbeitsgericht wieder aufgehoben werden und eine Nachzahlung mit Zinsen erfolgte.
  • Dem Betriebsrat gingen unmittelbar nach seiner Wahl, mehrere Anhörungen mit betriebsbedingten Kündigungen und Versetzungen von Mitarbeitern zu, die erfolgreich abgewährt werden konnten. Es roch schon nach Betriebsänderung!
  • In engster Zusammenarbeit zwischen neuem ML und dem stellv. ML erfolgte sodann als Erstmaßnahme die Spaltung der Belegschaft, das Spiel mit der Angst der Kollegen um ihren Arbeitsplatz beginnt: man observiert sich gegenseitig, Kollegen werden von der Marktleitung ungleich behandelt, bevorteilt, mit Zugeständnissen, Spezialverkaufspreisen, Schenkungen und dem Versprechen um einen sicheren Arbeitsplatz gefügig gemacht. Es hagelt Abmahnungen für die anderen Kollegen und selbstverständlich auch für den Betriebsrat.
  • Im ML-Büro wird ein Laptop abgestellt, um das gesamte Kameraüberwachungssystem des Betriebes direkt vom Schreibtisch der Marktleiter aus auf dem Schirm zu haben und zu überwachen. Die Mitarbeiter stehen massiv unter Stress, werden krank, so etwas kannte man bisher nicht.
  • Aufklärung der Belegschaft durch den BetriebsratBetriebsrats-Flyer werden der Belegschaft von der Marktleitung wieder abgenommen und aus den Händen gerissen, Aushänge am Schwarze Brett des Betriebsrates werden entfernt, Schubladen der MA werden kontrolliert und die Marktleiter neben das BR-Büro gehockt um zu beobachten, wer zur BR-Sprechstunde geht.
  • Eine Auflösung des Betriebsrats wird von der GF vor Gericht beantragt, ohne Erfolg, denn der Richter sah das anders. Ebenso müssen nun Aushänge vom BR am Schwarzen Brett, Flyeraktionen und jegliche Aufklärungsversuche an die Mitarbeiter geduldet werden. 
  • Es folgen mehrere Abmahnungen für den BR meist nach Gerichtsverhandlungen, 2 Einbrüche im BR-Aktenschrank immer kurz vor einer Gerichtsverhandlung (Anzeige bei Polizei)
  • Fristlose Kündigung, Tatverdachtskündigung einer Kassiererin wegen eines angeblichen Kassiererfehlers mit einer Kassen-Differenz von 9,--EUR ging dem BR eine halbe Stunde vor der ersten Betriebsversammlung zu. 2 Monate später erstattete die Marktleitung Strafanzeige bei der Polizei, aber erst, nachdem die Kollegin nicht bereit war im "Kündigungsschutzverfahren" den billigen Vergleichsvorschlag des Arbeitgebers  anzunehmen und die Klage zurückzuziehen. Anmerkung: diese Kollegin war eine vorbildliche Mitarbeiterin die vielen langen Jahre. Dem neuen Chef war sie nicht flexibel genug, denn eine Alleinerziehende mit einen kleinen Kind (6 Jahre) passte nicht in das neue Erfolgskonzept. Die Kollegin wehrte sich und es folgten  "Mal etwas aus der Tagespresse" Presseberichte zum Link
  • Die geplante Betriebsänderung 2013 verbunden mit der Entlassung von 8 MA konnte Dank des harten Kampfes des BR´s nicht vollzogen werden
  • Morddrohung durch einen MA (hochcholerisch und Mitglied im Schützenverein) gegen ein BR-Mitglied: (Erstattung Strafanzeige bei Polizei). Das betroffene BR-Mitglied bekam vom Arbeitgeber Geleitschutz, der MA (ehemals Sicherheitsbeauftragter) wurde für ein paar Tage zwangsbeurlaubt und ist seitdem wieder im Betrieb, alles hat eben Methode
  • Februar 2015: Mitarbeiter einer ganzen Abteilung (Service) kündigen freiwillig oder lassen sich versetzen, weil das Arbeiten dort unzumutbar geworden ist. Den neuen Chef freuts, denn Eigenkündigungen von Mitarbeitern eigenen sich hervorragend um weitere Kosten zu sparen, alles hat eben Methode.

Aktuelle Situation mit Marktleiter Nr. 4:

die Situation im Betrieb ist nach wie vor sehr angespannt, zumal nun weitere Marktleiter in Einarbeitung dem Betrieb zugeführt worden sind und der krankmachende Führungsstil durch Marktleiter Nr. 4 weiter ausgebaut werden konnte.

Beschäftigte Marktleiter in Forchheim aktuell:
1 echter Marktleiter ohne eigene Entscheidungsbefugnis, 1 stellv. Marktleiter,
1 Marktleiter in Einarbeitung, 1 stellv. Marktleiter in Einarbeitung, 1 Marktleiter, der ehemalige ML aus 2014 in Wiedereingliederung (man hofft er bekommt seinen Markt in Forchheim zurück) = 5 Führungskräfte.  

Seit 1. Januar 2016 hat sich die Marktleitersituation wieder verändert! 
Marktleiter Nr. 4 wurde von der Geschäftsführung für einen neu geschaffenen Vertriebsleiter-Posten der restlichen noch 7 verbleibenden Alphatecc-Märkte (es waren einmal 12 Märkte) auserwählt und hat seinen Sitz aber weiterhin im Alphatecc Forchheim. Anmerkung: Leider konnte dieser ehemalige Marktleiter die Umsatzsituation am Standort nicht verbessern.

Der Marktleiter in ehemals Einarbeitung ist seitdem kommissarischer Marktleiter.

Die Geschäftsführung investiert weiterhin in Führungskräfte, währenddessen Verkäufer abgebaut werden!

Massive Beobachtung der Mitarbeiter durch die Marktleitung:

hierbei tritt besonders engagiert Herr M. (ein ML in Einarbeitung für welchen Markt auch immer) mit geschulten Röntgenblick als lebende Kameraüberwachung am Standort Abteilung WW-Großgeräte in Erscheinung: ganztägig platziert, die Arme meist verschränkt, beobachtet Herr M. vor allem die Mitarbeiter im Kassenbereich und Telekomabteilung. Wir möchten anmerken, dass sich hier auch der PC zum Ein -und Ausstempeln der MA befindet. Der stellv. Marktleiter Herr H. hat nun endlich Verstärkung bekommen und muss die MA-Observation nicht mehr allein durchführen.

Anmerkung: der Kundschaft bleibt dies nicht verborgen: “man fühle sich nicht wohl hier im Laden, merken Sie eigentlich, dass Sie beobachtet werden?“, so die Aussage von Kunden.

  • Mitarbeiter werden wieder gehäuft abgemahnt und beobachtet, natürlich trifft dies  nicht die Mitarbeiter-Facebook-Freundschaften mit dem Marktleiter: Führungskräfte im Alphatecc Forchheim befreunden sich mit Mitarbeitern auf Facebook, um  besondere private Beziehungen mit ihnen zu führen bzw. ein stärkeres Zusammenheitsgefüge zu erzielen und ihre Führungsdefizite auszugleichen.
  • die eigenen Kollegen beobachten sich gegenseitig, es wird gehetzt, gelästert, intrigiert und angeschwärzt, man erinnert an die Mannschafts-Spaltung die von Marktleiter Nr. 2 herbeigeführt und von ML Nr. 4 nun weiter ausgebaut wird. Mobbing und Bossing haben ihren Platz gefunden und können weiter ausgebaut werden.
  • Mitarbeiter stehen mehrere Tage allein in der Abteilung, die Leistungsverdichtung steigt massiv
  • Schilder mit Verhaltenregeln und sonstigen Hinweisen an Türen, Wänden und Infobrettern werden plakativ ausgehängt, teilweise unverständlich erörtert und zur völligen Verwirrung führend
  • Testkaufauswertungsprotokolle werden „namentlich“ am Schwarzen Brett der Marktleitung zum Aushang gebracht mit einer handschriftlich individuellen Bewertung vom Chef. Hierbei scheut man sich nicht, die Leistungsbewertung von Mitarbeitern öffentlich darzustellen und gegen die Persönlichkeitsrechte des MA und den DATENSCHUTZ zu verstoßen.

Ganz gezielt wird mit der Angst der MitarbeiterInnen um deren Arbeitsplatz gespielt!

Wie will diese Führung führen, wenn sie nicht in der Lage ist zu führen?

Wo sind sie geblieben, die alten Chefs mit Moral, einem strengen aber gerechten und loyalen Führungsstil?

Neue und junge Chefs werden billig eingestellt und verheizt, besonders im Einzelhandel (Wandel im Handel) hat sich diese Methode bewährt und in den letzten Jahren stark zugenommen. „Alte“, langjährige teure Mitarbeiter und Führungskräfte werden mit Aufhebungsverträgen unter Druck gesetzt.
Das Ganze hat System und Methode um Kosten zu sparen und höhere Gewinne zu erzielen, die man wegen des Verdrängungswettbewerbs im Einzelhandel nämlich nicht mehr am Produkt erwirtschaften kann.

Dies war nur "kleiner" Auszug von Maßnahmen am Beispiel Alphatecc Forchheim, einer Führungspolitik und Führungskultur der Geschäftsführung und ihrer Handlanger (Marktleiter) praktiziert, um Mitarbeiter in einem „Krisenbetrieb“ wie Alphatecc mürbe und krank zu machen mit dem Ziel, Druck auszuüben, Eigenkündigungen zu erzielen und gegen tariflose billigere Arbeitskräfte auszutauschen oder gar auf sie zu verzichten.


Wir als Gewerkschaft Ver.di verurteilen die Führungskultur im Globus-Konzern: der SB-Warenhäuser, der Alphatecc-Elektrofachmärkte und der Baufachmärkte auf das Schärfste! Wir werden diese Unternehmenspolitik kritisch beleuchten und öffentlich machen!

Es wird wieder lauter im Alphatecc Forchheim!
 

Donnerstag, 20. August 2015

(...) die MitarbeiterInnen sind das Kapital unseres Unternehmens


                                                                                                            

....aber wenn doch die Mitarbeiter das Kapital des Unternehmens sind, weshalb schrumpft es dann stetig, schleichend, geräuscharm?


Weil unser Unternehmer nichts mehr unternimmt, mit den Worten: "Es ist ein Branchen-Problem!"


"Aktive" Betriebsräte werden für die wirtschaftliche Schieflage des Betriebes verantwortlich gemacht und von der Marktleitung und der Geschäftsführung vor den Karren gespannt!


Gibt es keine Betriebsräte, macht man die Mitarbeiter zum Sündenbock!


Rückblick:
vor ca. 2 Jahren, zur kurzfristig einberufenen Mitarbeiterversammlung durch die Geschäftsleitung im Globus-Baumarkt: 2,5 Stunden haben sie gebraucht, um die Katze endlich aus dem Sack zu lassen: " ALPHATECC hat keine Zukunft!", das waren ihre Worte.


Die Betriebe Einöd und Zwickau schlossen überraschend ihre Pforten im letzten Jahr, die erkämpften Abfindungen + Transfergesellschaft für Alphatecc Zwickau wurden aus der Portokasse bezahlt. 


Was ist noch passiert?

Im März 2015 wurden die Öffnungszeiten in Forchheim um eine weitere Stunde verkürzt. Der Laden öffnet jetzt 2 Stunden später als die anderen Geschäfte des Shoppingcenters.

Was ist noch passiert:

....weiter nichts, denn dieser (Unter)nehmer unternimmt nichts mehr, außer an der Personalkostenschraube fest zu drehen, die Ladenfläche zu verkleinern (ungenutzte Mietfläche die bezahlt werden muss, wird zum toten Kapital) und die Öffnungszeiten zu verkürzen.


Planumsätze müssen von den Marktleitern bei der Planung (ML Nr. 4 in Forchheim) korrigiert und hochgejuckelt werden, damit das Planergebnis für die Holding verkauft werden kann. Der Marktleiter wird unter Stress gesetzt, dieser versucht einen Weg zu finden, um das neue Geschäftsjahr Monat für Monat zu retten.
Oder, er ergibt sich der GF und wird zum Handlanger, er macht das, was ihm die Geschäftsführung diktiert: Kosten sparen, Personal entlassen und den Betriebsrat sabotieren.


Anmerkung: ein realistischer Plan wird übrigens nie akzeptiert!


Seltsam doch,..............denn das bringt dem Händler immer noch keine Kunden aber mittelfristig auf den Weg zur Schwarzen Null?


"Noch ist das Ergebnis zu schwach und die Personalkosten am Rohertrag deutlich zu hoch!"


"Das nächste halbe Jahr wird es wieder entscheiden", so die Aussage der GF!


"Noch Fragen, .........................................ihr dürft jetzt applaudieren!"